Lyrik

Hin und wieder schreibe ich auch. Themen die mich bewegen, Gedanken die ich mir mache. Manchmal ist es ganz einfach das geschriebene Wort, das in der Lage ist den richtigen Ausdruck zu finden.

GEWALT


Wer seine Ideen nur mit Gewalt durchzusetzen vermag, der hat grundsätzlich die falschen Ideen.

Wenn uns die die Geschichtsschreibung eines gelehrt haben sollte, dann das Gewalt über kurz oder lang immer wieder Gewalt hervorruft.

In Ihrem Wesen liegt auch der dringende Hang zur Eskalation, was sich wohl auch darin begründet das sie im grundlegenden Akt irrational, sprich emotional motiviert ist.

Dabei spielt es überhaupt gar keine Rolle, ob sich zwei Leute in der Kneipe das raufen bekommen, ein Polizist mit dem Knüppel Demonstranten verdrischt, oder die Hisbollah mit selbstgebastelten Raketen Israel angreift.

Solche Akte der Gewalt sind fast immer ein Ausdruck der Machtergreifung im Zustand der Machtlosigkeit.

In der Hilflosigkeit zu guter -letzt Gewalt anzuwenden, das steckt naturbedingt in uns, ja sie hat uns einst überhaupt überleben lassen.

Sie half uns Imperien zu errichten und auch Sie wieder zu beenden.

Sie hat uns aber auch gelehrt das wir in der Lage sind uns komplett zu vernichten.

Das die meisten Menschen Gewalt ablehnen erklärt sich allerdings vielleicht primär eher intuitiv als eine für das Individuum nahezu unkontrollierbare Kraft. Sie ist wie eine unbekannte Größe in einer sonst klar definierten Gleichung.

Heute in unserer zivilisierten Welt, in welcher wir gemeinsam in Freiheit und in Frieden leben wollen, sollte Gewalt als Mittel keinen Anspruch auf Anwendung haben, die eigene Erkenntnis dieser in jedem selbst ruhenden Kraft jedoch um so mehr.

Was mich daran frappiert ist, das obwohl wir heute nur allzu genau um all diese Mechanismen wissen, Strukturen erhalten, ja sogar Fördern und ausbauen, welche unserm wissenschaftlichem Verständnis vollkommen widersprechen.

Robert Klammer 2020

Die Angst geht um in dunklen Wolken


    Und der Herr sprach zu seinen Kindern, du sollst auf dem Heuboden nicht mit dem Feuer spielen.

    Doch Max und Moritz diese beiden, sie wollten sich die Zeit vertreiben. So suchten sie aus langer Weile sich ein zwei drei vier Feuersteine. Auf dem Boden liegt das Heu warm und trocken freu freu freu. Oh wie schön die Funken schlagen zaghaft an den Halmen nagen. Schon brennt die Scheune lichterloh und Max und Moritz ebenso.

    Mit Blick auf die gegenwärtigen Situation zeichnet sich eine mehr und mehr bedauernswerte Entwicklung ab, denn wenn die Angst regiert darf man sich nicht all zu viele Hoffnungen machen das die getroffenen Entscheidungen sich durch besonnene Sorgfalt auszeichnen.

    Sie sind in der Tat alles andere, und ich würde sie auf den ersten Blick, als im affektiven Eifer getroffen bezeichnen.

    Eine rudimentäre Sinnhaftigkeit der maßgebenden weltweit politischen Agenda lässt sich dennoch wage erkennen sobald wir unser Augenmerk beispielsweise den CO2 Emissionen widmen. Hier hatte der Shut Down wahre Wunder bewirkt, und tatsächlich machen viele der beschlossenen gesellschaftlichen Einschränkungen, mit denen wir uns derzeit herumschlagen dürfen, aus dieser Perspektive insofern Sinn, das wir ein wenig Zeit gewinnen.

    Doch weshalb traf die Wahl auf einen unsichtbaren Feind, wieso dieser Vorwand anstatt ehrlich zu sagen, wir sind so krass am Arsch das wir keine andere Lösung sehen. Wohl eben genau aus diesem Grund.

    Die weltweite Staatengemeinschaft hat was die Erhaltung naturgegebener Gleichgewichte anbelangt irreversibel und auf ganzer Linie versagt, und so werden die Verheerungen die wir diesbezüglich in den kommenden 100 Jahren erleben werden dürfen, in einer Art und Weise kolossal sein, wie wir es uns kaum vorstellen können.

    Unvoreingenommene Ehrlichkeit in der Sache würde hier unweigerlich ein derartiges Chaos verursachen, das das was wir als Zivilisation bezeichnen ein jähes Ende finden würde.

    Sicher würde die Menschheit den Wandel der Welt auch unter diesen Voraussetzungen überstehen, doch weder das Smartfone, noch die Demokratie, womöglich nicht einmal die Erfindung der Dampfmaschine würden im Nachher noch existieren.

    Es wandern die Schwachen den Starken gen Rachen.

    Im Hinblick auf mögliche Optionen, traf man offensichtlich, wenn auch nur halbherzig auf globaler Ebenen die Entscheidung, unter Anwendung repressiver Maßnahmen mittelfristig zumindest die Ordnung aufrecht zu erhalten. Wobei der gute Vorwand für die Eingewöhnungsphase bestimmen wichtig war.

    Sei artig, dann bekommst du Brot und Spiele zurück, das ist vielleicht ein bemitleidenswerter Hoffnungsschimmer am Horizont, aber immerhin einer der sich seit Jahrtausenden als immer wieder nutzbringend erwiesen hat.

    Man hätte schon vor fünfzig Jahren in aller Ernsthaftigkeit damit beginnen müssen, das richtige zu tun. Tatsächlich hatten wir gar keine Zeit für so Sachen wie den kalten Krieg, oder darüber zu streiten welcher “Ismus“ jetzt das bessere für uns bereit hält.

    All der Eifer nach höher, weiter, schneller. Der Versuch unendliches Wachstum in einem begrenzten Raum zu etablieren, war in Anbetracht des Vorhersehbaren vielleicht auch nicht gerade die klügste Entscheidung.

    06.Aug. 2020

    Robert Klammer